Redakteur Lokal
Gelsenkirchen. Die vom Heimatbund veröffentlichte „Emscher-Zeitung“ widmet sich einer gefährdeten Art, die auf einem Ex-Industriegelände Zuflucht gefunden hat.
Der „Glückauf-Park“ in Hassel ist nicht nur ein absoluter Glücksfall für die Menschen, die in dem nördlichen Stadtteil Gelsenkirchens leben. Sondern auch für die dortige Tierwelt. Vor allem Wildbienen haben sich in den vergangenen Jahren auf dem Gelände der früheren Kokerei angesiedelt. Wie groß die Artenvielfalt inzwischen ist und auf welch üppige Pflanzenbestände sie dort treffen, erfahren die Leserinnen und Leser der „Emscher-Zeitung“. Denn in der soeben erschienenen, neuen Ausgabe widmet sich die tragende Geschichte dieser Insektengruppe.
Autor dieses umfangreichen Artikels ist der Gelsenkirchener Ingo Koslowski. Er ist studierter Biologe und Pädagoge, arbeitete danach mehrere Jahre für das ebenfalls hier ansässige Naturschutzplanungsbüro Hamann & Schulte. Bis zu seiner Pensionierung war er als Biologielehrer an der Gesamtschule Horst tätig. Auf insgesamt 34 Seiten schildert Koslowski in Text und Bild seine Erfahrungen und Entdeckungen, die er seit dem Projektstart im August 2019 dort gesammelt hat. Damals war das weitläufige Gelände für die Öffentlichkeit noch gesperrt. Auf Anregung des Naturschutzbundes (Nabu) und der Unteren Denkmalbehörde durften Koslowski und sein Freund Rainer Stawikowski trotzdem mit ihrer Bestandsaufnahme beginnen.
Unter den Funden vor Ort waren auch wahrlich seltene und daher bemerkenswerte: etwa die Blutweiderich-Sägehornbiene. Diese Wildbiene steht sogar auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Arten. Die zahlreichen Abbildungen auf den insgesamt 34 Seiten, die sich rund um dieses Thema drehen, machen die gesamte Angelegenheit für die Leserschaft noch plastischer und greifbarer.
Herausgegeben wird die „Emscher-Zeitung“ vom Heimatbund Gelsenkirchen. Dessen Vorstandsmitglied und Kassierer ist Alexander Pentek. Und der Gelsenkirchener Schriftsteller kümmert sich in seinem Beitrag für die „Emscher-Zeitung“ um den Südfriedhofsgraben, einem vergessenen Bachlauf auf dem Friedhof in Ückendorf. Auf dieses Thema war Pentek bei der Lektüre alter Tageszeitungen gestoßen, die laut seiner Einschätzung nach wie vor „zu den wichtigsten Quellen des Heimatforschers zählt“.
Zu den Stammrubriken in jeder Ausgabe zählt „Grasreiners Schatzkiste“. Damit soll dem Leben und Werk von Reinhold Grasreiner gedacht werden. Der Gelsenkirchener Lehrer und Heimatforscher (1863-1935) gehörte im Jahr 1927 zu den Gründungsmitgliedern des Heimatbundes und gilt bis heute als einer der bedeutenden Heimatforscher dieser Stadt. Vorgestellt wird diesmal sein Artikel „Wie Braubauerschaft zum Namen Bismarck kam“, der erstmals am 26. Januar 1930 in der „Westfälischen Heimat“ erschienen war – einer Beilage der damals noch existierenden „Gelsenkirchener Zeitung“. Und obwohl dieser Beitrag nun schon 95 Jahre auf dem Buckel hat, ist er auch für Gegenwärtige noch immer spannend zu lesen.
Die „Emscher-Zeitung“ kostet zehn Euro und ist erhältlich an der Touristinfo im Hans-Sachs-Haus, in der Bergbausammlung Rotthausen, bei der Buchhandlung Kottmann in Buer und dem Literatourcafé am Heinrich-König-Platz sowie direkt beim Heimatbund Gelsenkirchen. Alle Infos auch im Netz: www.heimatbund-gelsenkirchen.de.
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